Die Rasse

Collie Wesen und Charakter – der ideale Familienhund

Charakter, Herkunft, Fellpflege und Gesundheit – das Wichtigste im Überblick.

Der Collie gilt als der Familienhund schlechthin – sanft, treu, kinderlieb. Das stimmt weitgehend. Aber er ist kein Hund für jeden, und das sagen wir lieber vorher als nachher.

Der Collie gehört zu den elegantesten und einfühlsamsten Hütehunden – edles Aussehen, verbunden mit einem aussergewöhnlich freundlichen, feinen Charakter.

Collies sind sensibel und menschenbezogen. Sie wollen dabei sein, nicht daneben. Laute, hektische Haushalte machen ihnen zu schaffen, und wer abends selten zu Hause ist, wird einem Collie nicht gerecht.

Dafür lernen sie schnell, arbeiten gern mit und ordnen sich in eine Familie ein wie kaum eine andere Rasse. Ihre Feinfühligkeit verlangt allerdings eine ruhige, faire Führung – und als kluge, aktive Rasse brauchen sie täglich geistige wie körperliche Beschäftigung.

Wer sich fragt, ob ein Collie als Familienhund zu ihm passt, sollte vor allem diese eine Frage ehrlich beantworten: Ist genug Zeit da?

Familienhund Sanft & sensibel Lernfreudig Menschenbezogen
Collie Yuna im Portrait
WesenFreundlich, sensibel, treu
GrösseMittelgross, elegant
FellpflegeJe nach Schlag
EignungFamilie, Hundesport, Alltag

Herkunft

Die Geschichte des Collies

Vom namenlosen Hütehund im schottischen Hochland zur weltweit bekannten Rasse.

Aus dem Hochland Schottlands

Die Wurzeln des Collies liegen in den rauen Landschaften Schottlands und Nordenglands. Über Jahrhunderte hinweg arbeiteten dort Hütehunde, die keinerlei Wert auf Schönheit legten, sondern auf Ausdauer, Wetterfestigkeit und die Fähigkeit, selbstständig mitzudenken. Sie trieben Schafherden über weite Moore, bewachten Hof und Vieh und begleiteten ihre Hirten oft über Tage hinweg.

Diese frühen Hunde hatten mit dem eleganten Collie von heute noch wenig gemein: Sie waren kleiner, kompakter, kräftiger gebaut und meist schwarz oder schwarz-weiss gezeichnet.

Woher kommt der Name?

Die Herkunft des Namens ist bis heute nicht restlos geklärt – drei Erklärungen werden am häufigsten genannt.

«Colley» Eine alte schottische Schafrasse mit schwarzem Gesicht – der Hund, der die Colleys hütete, wurde zum Colley-Dog.
«col» Altenglisch für «Kohle», also schwarz – ein Hinweis auf die ursprüngliche Färbung.
«cùilean» Gälisch und schlicht «Welpe» oder «junger Hund» bedeutend.

Vom Bauernhof auf die Weltbühne

Das 19. Jahrhundert brachte den entscheidenden Wendepunkt – aus dem Arbeitshund wurde eine international etablierte Rasse.

19. Jh.

Königliche Aufmerksamkeit

Königin Victoria verbrachte regelmässig Zeit auf Schloss Balmoral in den schottischen Highlands und verliebte sich in die dortigen Hütehunde. Sie brachte einige davon nach Windsor – und was der Hof liebte, liebte bald ganz England. Innerhalb weniger Jahrzehnte wandelte sich der Collie vom namenlosen Bauernhund zum begehrten Gesellschafts- und Ausstellungshund.

1860

Erstmals auf der Ausstellung

In Birmingham wurden erstmals «Scotch Sheep-Dogs» auf einer Hundeausstellung gezeigt – der Beginn der öffentlichen Aufmerksamkeit für die Rasse.

um 1868

Old Cockie und der moderne Typ

Ein Rüde namens Old Cockie gilt als einer der wichtigsten Stammväter der Rasse. Ihm wird zugeschrieben, die sable-Färbung – jenes warme Goldbraun, das viele heute sofort mit dem Collie verbinden – im Zuchtgeschehen etabliert zu haben. In dieser Zeit wurde der Kopf länger und edler, das Haarkleid voller, der Gesamteindruck eleganter. Häufig wird eine Einkreuzung von Barsois genannt; sicher belegt ist dies allerdings nicht.

1881 / 1886

Die ersten Collie Clubs

1881 wurde in England der erste Collie Club gegründet, wenige Jahre später, 1886, folgte der Collie Club of America. Der Collie war damit endgültig eine international etablierte Rasse.

1938–1943

Lassie und der weltweite Ruhm

1938 veröffentlichte der englische Autor Eric Knight eine Kurzgeschichte über eine Collie-Hündin, die den weiten Weg zu ihrem Jungen zurückfindet. Zwei Jahre später erschien daraus der Roman «Lassie Come-Home», 1943 folgte die Verfilmung – und aus einem Hütehund wurde eine Weltberühmtheit. Die enorme Nachfrage brachte allerdings auch unverantwortliche Vermehrung mit sich; umso wichtiger wurde die Arbeit seriöser Züchterinnen und Züchter.

Langhaar und Kurzhaar

Aus dem gemeinsamen Ursprung entwickelten sich zwei Varietäten, die heute als eigenständige Rassen geführt werden.

Collie Rough / LanghaarFCI-Standard Nr. 156
Collie Smooth / KurzhaarFCI-Standard Nr. 296

Beide gehören der FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde) an; Ursprungsland ist Grossbritannien.

Der Collie heute

Der Hütehund von einst ist heute vor allem ein Familienbegleiter – doch der aufmerksame Blick, mit dem er «seine» Menschen im Auge behält, erinnert noch immer an die Schafherden im schottischen Hochland.

Verantwortungsvolle Zucht bedeutet, dieses Erbe zu bewahren und zugleich die rassetypischen Gesundheitsthemen ernst zu nehmen – von der Augenuntersuchung über den MDR1-Gendefekt bis zur sorgfältigen Auswahl der Verpaarungen.

Zwei Schläge

Langhaar oder Kurzhaar?

Wir züchten beide Schläge. Was sie unterscheidet, ist im Wesentlichen das Haarkleid – und damit der Pflegeaufwand.

Rough Collie

Langhaar-Collie

Der Schlag mit Mähne und Fahne

  • Langes, üppiges Stockhaar mit ausgeprägter Mähne und Halskrause.
  • Imposante, elegante Erscheinung – das klassische «Lassie»-Bild.
  • Braucht regelmässiges Bürsten, sonst verfilzt das Fell.
Videoplatz Fellpflege Langhaar-Collie

Smooth Collie

Kurzhaar-Collie

Der Schlag mit der klaren Linie

  • Kurzes, dichtes und glattes Stockhaar.
  • Schlanker in der Silhouette – die Statur darunter ist dieselbe.
  • Unkomplizierte Pflege; haart jedoch ebenfalls, besonders im Fellwechsel.
Videoplatz Fellpflege Kurzhaar-Collie

Der FCI-Standard beschreibt für beide Schläge dieselbe Grösse, dasselbe Wesen und dieselben Farben: Zobel, Tricolor und Blue Merle.

Häufige Fragen

Was Sie vor dem Collie-Kauf wissen sollten

Die Fragen, die uns Interessenten am häufigsten stellen – offen beantwortet.

Passt ein Collie zu Kindern?

In den allermeisten Fällen ja. Collies sind von Natur aus vorsichtig und wenig konfliktfreudig, sie weichen eher aus, als dass sie sich wehren. Genau darin liegt aber auch die Verantwortung: Ein Hund, der sich nicht beschwert, braucht Erwachsene, die ihm seine Ruhepausen sichern. Kinder müssen lernen, den Hund schlafen zu lassen. Wo das funktioniert, wird der Collie ein aussergewöhnlich geduldiger Familienhund.

Wie gross und wie schwer wird ein Collie?

Der FCI-Standard gibt für beide Schläge dieselbe Widerristhöhe vor: Rüden 56 bis 61 Zentimeter, Hündinnen 51 bis 56 Zentimeter. Beim Gewicht nennt der Standard für den Kurzhaarcollie 20,5 bis 29,5 Kilogramm bei Rüden und 18 bis 25 Kilogramm bei Hündinnen; der Langhaar liegt im selben Bereich, wirkt durch das Fell aber deutlich grösser, als er ist. Die Lebenserwartung liegt bei etwa zwölf bis fünfzehn Jahren.

Wie aufwendig ist die Fellpflege?

Beim Langhaarcollie realistisch: ein- bis zweimal pro Woche gründlich durchbürsten, je nach Fellfülle eine halbe bis eine Stunde. Entscheidend sind die Stellen, an denen sich Verfilzungen bilden – hinter den Ohren, in der Halskrause, an den Hosen und Zwischenzehen. Zweimal im Jahr, im Fellwechsel, ist deutlich mehr zu tun; in dieser Zeit findet man Unterwolle in der ganzen Wohnung. Der Kurzhaarcollie kommt mit sehr viel weniger aus, haart aber ebenfalls.

Bellt ein Collie viel?

Er kann. Der Collie ist ein Hütehund, und die Stimme gehört zu seinem Werkzeug – er meldet Besuch, Geräusche am Zaun, Bewegung auf der Strasse. Wer ihn gewähren lässt oder aus Versehen belohnt, hat schnell einen Hund, der jede Kleinigkeit kommentiert. Mit ruhigem, konsequentem Aufbau von Anfang an und genug sinnvoller Beschäftigung bleibt das gut im Rahmen. In einer hellhörigen Wohnung sollte man dieses Thema aber von Tag eins an ernst nehmen.

MDR1 beim Collie – was heisst das?

MDR1 ist ein Gendefekt, der die Blut-Hirn-Schranke betrifft. Bei betroffenen Hunden gelangen bestimmte Arzneistoffe – etwa manche Wurmmittel, Narkose- und Schmerzmittel – ungehindert ins Gehirn und können schwere Vergiftungen auslösen, im schlimmsten Fall tödlich. Der Collie ist die am stärksten betroffene Rasse überhaupt: In europäischen Untersuchungen liegt der Anteil des defekten Gens beim Langhaarcollie bei rund 55 bis 57 Prozent, beim Kurzhaarcollie noch höher.

Der Genotyp wird als (+/+) frei, (+/−) Träger oder (−/−) betroffen angegeben. Wichtig für Käufer: Auch Träger können empfindlich reagieren und sollten beim Tierarzt wie betroffene Hunde behandelt werden.

Welche Untersuchungen sollte ein Collie-Züchter vorweisen?

Neben MDR1 gehören die Augenuntersuchung auf CEA (Collie Eye Anomaly), HD, DM, IPD und rcd2-PRA zum Standard einer verantwortungsvollen Zucht. Lassen Sie sich die Befunde beider Elterntiere zeigen, nicht nur erzählen – ein Züchter, der sie nicht von sich aus vorlegt, ist die falsche Adresse. Wie wir das handhaben, lesen Sie auf der Seite Zucht.

Wenn Sie nach all dem denken, ein Collie passt zu Ihnen: Bei den Welpen finden Sie unsere aktuellen Würfe, die Befunde der Elterntiere und den Weg zur Anfrage.